TSV Wattenbek zieht in wahrem Torfestival den Kürzeren

Die Schützlinge von Trainer Tim Bracklow verlieren vor mehr als 500 Zuschauern beim Frankfurter HC mit 37:40.

Erzielte zwölf Treffer für den TSV Wattenbek, wurde aber wegen Rot-Gefahr aus der Abwehrmitte herausgenommen: Maxie Bech (links). Jörg Lühn.

Frankfurt/Oder. Jörg Lühn. Das war eine ärgerliche Niederlage für die Frauen des TSV Wattenbek: In einem wahren Torfestival zogen die „Peitschen“ beim Frankfurter HC mit 37:40 (23:19) den Kürzeren.

 

„37 Tore müssen natürlich normalerweise zum Sieg reichen“, analysierte Wattenbeks Trainer Tim Bracklow. Die Belohnung lag auf dem Teller, aber die Gäste packten nicht zu. „Jetzt müssen wir diese Leistungen eben gegen Henstedt-Ulzburg, HSC (Hannoverscher SC, Anm. d. Red.) und OKT abrufen, dann holen wir die Punkte“, zeigte sich Bracklow nach der Partie an der Oder zuversichtlich.

 

Wattenbek zieht auf 20:14 davon

 

Zuvor war der Spielfaden bei seinem Team nach einer wahren Sternstunde vor der Pause abgerissen. „In der ersten Halbzeit ist uns einfach alles gelungen“, kommentierte Bracklow. Frankfurt bekam keinen Zugriff auf die schnellen Angriffe Wattenbeks. Nach dem 6:3 für die Gäste (6.) von Hannah Pauli erhöhte die treffsichere Maxie Bech sogar auf 16:11 (20.). Das Tor von Joyce Roeske zum 20:14 für Wattenbek (26.) ließ die meisten der über 500 (!) Zuschauer – VIPs und Sponsoren hatten freien Eintritt – verstummen.

 

In der Halbzeitpause – der FHC lag mit vier Treffern zurück – dürfte es bei den Gastgeberinnen richtig gescheppert haben. Trainer Dietmar Schmidt, Kapitän der DDR-Auswahl, die 1980 Olympiasieger wurde, forderte sein Team jedenfalls auf, endlich den Matchplan umzusetzen. Kathleen Müller übernahm die Spitze in der 5:1-Abwehr. Die erst 17-jährige Torhüterin Isabell Gerlach wurde immer stärker. Außerdem war die Polin Monika Odrowska (12 Tore/davon 5 Siebenmeter) nicht mehr zu halten. Mit einem 6:1-Lauf hatten die Gastgeberinnen beim 25:24 (37.) das Spiel gedreht.

 

Gäste stecken zu keinem Zeitpunkt auf

 

Wattenbek schaffte durch Maxie Bech beim 28:28 (42.) letztmals den Ausgleich. Nach der zweiten Zeitstrafe gegen Maxie Bech (46.) nahm Bracklow seine besten Werferin aus der Abwehrmitte heraus, um eine Rote Karte für eine dritte Zeitstrafe zu vermeiden. Weil zudem Anne Zellmer (47.) zwischendurch auf die Strafbank musste, zog der FHC durch Kamila Szczecina auf 35:30 (52.) davon. Einzig positiv: Die Wattenbekerinnen steckten nie auf, näher als auf zwei Treffer kamen sie allerdings nicht mehr heran (37:39, 59.).

TSV Wattenbek: Ketelhut, Kaube – Roeske (5 Tore), Zellmer (3), Thal (6/davon 2 Siebenmeter), Karau, Takara, Maxie Bech (12), Bahde (4/1), Popiol, Pauli (7/1), Lackner.

 

Schiedsrichter: Großer/Witt (LV Berlin).

Zuschauer: 467.

Nächster Gegner: SV Henstedt-Ulzburg (H/Sonntag, 15. März, 17 Uhr).

Quelle: Holsteinischer Courier, 08.03.2020 von Jörg Lühn