Wattenbeker Höhenflug hält an

Dritte Handball-Liga: Beim 24:20 im Landesderby gegen SVHU dominieren die Abwehrreihen

Torfrau Katharina Kaube war ein großer Rückhalt für die Wattenbeker Frauen, in dieser Szene taucht die Henstedt-Ulzburgerin Maren Gajewski frei vor ihr auf. © Sönke

Wattenbek. Der TSV Wattenbek bleibt die Überraschungsmannschaft der Dritten Handball-Liga Nord der Frauen. Nach dem schwer erkämpften 24:20 (6:11)-Sieg im Landesderby gegen den SV Henstedt-Ulzburg liegt das Team von Trainer Andreas Juhra in der Tabelle ohne direkten Vergleich auf Platz vier (11:5 Punkte).

Wie ein Spitzenteam präsentierten sich die Peitschen in einer von beiden Seiten hektisch geführten Partie nicht unbedingt. Auch nach einer Dreiviertelstunde hatten beide Kontrahenten ihre Anspannung und Nervosität nicht abgelegt. Dazu trugen die beiden Schiedsrichterinnen aus Niedersachsen bei, die den Teams keine verlässliche Linie an die Hand gaben. Insbesondere die Gäste haderten mit zahlreichen Entscheidungen der Unparteiischen, trugen aber zu den vielen Strafen mit einer aggressiven, oft aber auch ruppigen und unsauberen Abwehrarbeit selbst bei.

„Das war kein gutes Spiel meiner Mannschaft. Wir waren heute vor heimischem Publikum zumindest auf dem Papier Favorit. Mit dieser neuen Rolle müssen die Mädels erst klarkommen. Wichtig ist, dass wir die beiden Punkte haben“, bilanzierte TSV-Trainer Andreas Juhra. In einer zunächst ausgeglichenen Partie mit wechselnden Führungen erarbeiteten sich die Gastgeberinnen ab der 20 Minute Vorteile.

Mit zwei Rückraumtreffern innerhalb einer Minute sorgte Maxie Bech erstmals für einen Drei-Tore-Vorsprung (11:8). Diese Führung bauten die Peitschen – auch begünstigt durch personelle Überzahl – bis zur Pause auf fünf Treffer aus (16:11).

Elf Tore: Svenja Hollerbuhl erzielte fast die Hälfte aller Wattenbeker Treffer. ©

In den zehn Minuten nach dem Kabinengang sah es so aus, als ob der Gast aus dem Hamburger Umland eine Aufholjagd würde starten können, doch der Widerstand der Frogs erwies sich als Strohfeuer. Bis auf 24:16 (55.) enteilten die Peitschen, die ihr exzellentes Umschaltspiel aufblitzen ließen und den SVHU überrannten. Eine starke Kathrin Kaube im Tor zirkelte einige Gegenstoßpässe übers Spielfeld auf Svenja Hollerbuhl, die diese Vorlagen sicher versenkte. In den letzten fünf Minuten erlaubten die Peitschen dem Gast, der vier Treffer in Folge erzielte, noch Ergebniskosmetik, doch das trübte den Jubel bei Spielerinnen und Anhängern nicht mehr.

Für den SVHU, der sich über eine unausgewogene Schiedsrichterleistung beklagte, hätte es noch weitaus schlimmer kommen können. Wattenbek ließ fünf Strafwürfe und zahlreiche freie Großchancen ungenutzt, so dass die beiden Torhüterinnen Merline Wünsche und Pia Belza beim SVHU zu den überragenden Spielerinnen gehörten. Die Peitschen überzeugten kollektiv mit Einsatz und Kampf, stellten einen für den SVHU kaum überwindbaren Abwehrriegel vor Kaube zwischen den Pfosten und hatten in den entscheidenden Phasen mit Bech und Hollerbuhl zwei Leistungsträgerinnen, die voran marschierten.

 

Quelle: Kieler Nachrichten, 26.11.2018

TSV Wattenbek nistet sich in der Spitzen-gruppe ein

Das tut weh: Jule Meisner (links) und Annika Jordt vom SV Henstedt-Ulzburg nehmen Wattenbeks Hannah Pauli in die Mangel.Sell

Das Abstiegsgespenst wird dem TSV Wattenbek in dieser Spielzeit der 3. Handball-Liga der Frauen keinen Schrecken mehr einjagen. Vielmehr sind es die „Peitschen“ selbst, die ihre Kontrahenten erschrecken. Mit dem 24:20 (16:11)-Erfolg über den Landesrivalen SV Henstedt-Ulzburg kletterte das Team von Trainer Andreas Juhra auf Platz 3. Damit ist das Team aus dem Amt der Gemeinde Bordesholm die Nummer 2 im Land. „Ich bin schon sehr stolz auf die Mannschaft, auch wenn wir diesmal nicht so gespielt haben wie ein Tabellendritter“, resümierte Juhra. Wattenbek belegt den dritten Rang punktgleich mit der Bundesligareserve des Buxtehuder SV.

Kurios war im Landesderby die Ausbeute vom Siebenmeterstrich. Von sieben Strafwürfen vergaben zunächst Kristin Bahde (2., 42.), Svenja Hollerbuhl (7.) und Hannah Pauli (26.), ehe Hollerbuhl den fünften Strafwurf der Partie zum 22:14 (49.) versenkte. In den ersten sieben Spielen der Saison hatte Wattenbek eine Treffsicherheit von 83 Prozent bei den Siebenmetern. Zu ihrem Glück waren die Gastgeberinnen gegen Henstedt-Ulzburg nicht auf die Siebenmeter angewiesen. Denn Torhüterin Katharina Kaube bewahrte ihre Mannschaft mit vielen Paraden vor einem knapperen Spielverlauf. „Wenn HU konsequenter im Abschluss ist, wir es auf jeden Fall enger“, analysierte Juhra. Es dauerte ein wenig, ehe Wattenbek das Zepter in die Hand bekam. Nach dem 3:1 (4.) fiel die Tormaschine der „Peitschen“ zehn Minuten aus. Trainer Juhra nahm die Reparatur als Chefmechaniker an der Bank in die Hand. Mit dem 4:4 (14.) von Hollerbuhl waren die größten Probleme ausgestanden, obwohl Wattenbek als leichter Favorit der Partie doch sehr fahrig agierte. „Die Favoritenrolle muss die Mannschaft eben noch lernen“, nahm Juhra den Umstand mit Humor.

Die Grundlage des Erfolges schuf Wattenbek zwischen der 33. und 46. Minute. Jetzt lief die Gegenstoßmaschine ziemlich flott. Ein 5:0-Lauf zum 16:13 (33.) zog den Gästen den Stecker. Möglicherweise war die Verwarnung gegen Juhra (35.) der Multiplikator zu Toren von Pauli, Hollerbuhl (3) und Anne Zellmer. Nach dem 24:16 (55.) drosselte Wattenbek die Motoren, sodass HU das Resultat noch etwas freundlicher gestaltete. „Dass wir zum Spitzenquartett gehören, finde ich schon cool“, jubelte Juhra. ör

 

TSV Wattenbek (Tore in Klammern): Schmöde, Kaube, Schenk – Zittlau, Roeske (1 Siebenmeter), Klotz, Harms, Zellmer (3), Kollmer, Kühn, Schult, Hollerbuhl (11/davon 1 Siebenmeter), Takara, Bech (6), Bahde, Pauli (3). Schiedsrichter: Oesker/Ramcke (HSG Lohheide/MTV Schwarmstedt). – Zuschauer: 180. – Nächster Gegner: Eintracht Hildesheim (A/Sonnabend, 19.30 Uhr).

 

Quelle: Holsteinischer Courier, 26.11.2018

Zwei ähnliche Philosophien

3. Handball-Liga Nord der Frauen: Wattenbek und Henstedt-Ulzburg mit fast identischer Spielweise

Der TSV Wattenbek zählt zu den Überraschungen der Saison. Heute (Beginn 17.30 Uhr) können die in der 3. Handball-Liga Nord der Frauen auf Rang 5 platzierten „Peitschen“ (9:5 Punkte/222:212 Tore) sogar noch weiter nach oben klettern. Zu Gast in der Bordesholmer Hans-Brüggemann-Schule (HBS) ist der siebtplatzierte Landesrivale SV Henstedt-Ulzburg (6:8/167:177).

Schauen der nächsten Drittligaaufgabe entgegen: Wattenbeks Trainer Andreas Juhra (li.) und sein „Co“ Tim Bracklow, der lange Zeit beim heutigen Gegner Henstedt-Ulzburg gearbeitet hat.Sell

Jörg Lühn Wattenbek. Zunächst jedoch war Wattenbeks Trainer Andreas Juhra sauer auf die Vertreter der Schule und nannte im Besonderen Schulleiterin Ute Freund. „Wir machen Leistungssport und können nicht in der HBS trainieren, weil die Lehrerschaft zum wiederholten Male mit einem Teambuildingseminar die Halle blockiert“, ereiferte sich der 42-Jährige. Zwar sei die Halle bei der Gemeinde abgemeldet worden, „aber das finde ich ziemlich unpersönlich von Frau Freund“, ergänzte Juhra. Ute Freund, vom Courier mit der Aussage des Trainers konfrontiert, sagte: „Wir belegen die Halle nur einmal im Jahr für diesen Zweck. Der TSV Wattenbek darf gerne nach Rücksprache mit mir an der Maßnahme teilnehmen. Andere Vereine machen das auch.“ Alternativ reisten die „Peitschen“ am Mittwoch nach Neumünster und teilten sich mit dem SC Gut Heil die KSV-Halle.

Trotzdem hofft der Coach nun, dass es nach der 42:35-Gala gegen den Frankfurter HC zu keinem Bruch im Team kommt. „Es stehen zwei wichtige Punkte auf dem Spiel“, weiß Juhra. Der größere Druck liegt einmal mehr beim Kontrahenten. HU hinkt mit bereits vier Saisonniederlagen hinter den Erwartungen zurück. Ein Plus steht aufseiten des TSV Wattenbek. Co-Trainer Tim Bracklow arbeitete insgesamt neun Jahre in der Jugend des SV Henstedt-Ulzburg und besitzt viel Detailwissen. „Die Spielphilosophie ist ganz ähnlich, wir setzen beide auf Gegenstöße und Ballgewinne in der Abwehr“, erklärte Juhra. Personell wird sich bei den „Peitschen“ nur auf der Kreisläuferposition etwas ändern. Leandra Kühn und Tanja Potratz kämpfen mit der Reserve um Landesligapunkte, sodass Vivian Zittlau erneut aushilft. Zusammen mit der A-Jugendlichen Nadine Klotz soll sie für Störfeuer in der gegnerischen Abwehr sorgen.

 

Es fehlen: Krolak (Knorpelschaden im Knie/Saisonende), Kühn, Potratz (spielen beide in der Reserve). – Duelle 2017/18: Der TSV Wattenbek unterlag auswärts mit 23:26, gewann das Rückspiel daheim gegen den SV Henstedt-Ulzburg jedoch mit 28:24. – Außerdem spielen: morgen, 17 Uhr: SC Alstertal-Langenhorn – TSG Wismar.

 

Quelle: Holsteinischer Courier, 24.11.2018

TSV Wattenbek freut sich aufs Derby

Am Sonnabend kommt der SV Henstedt-Ulzburg – Ein gutes Rückzugsverhalten ist gefordert

Die Wattenbekerin Maxie Bech (Mitte) will sich auch im Derby so energisch durchsetzen wie in dieser Szene gegen die Frankfurterinnen Svjetlana Kresovic und Emilia Heinrich (re.). ©

Wattenbek. Am Wochenende ist wieder Derby-Zeit für die Drittliga-Handballerinnen des TSV Wattenbek. In der Sporthalle der Hans-Brüggemann-Schule stellt sich am Sonnabend (17.30 Uhr) der Landesrivale SV Henstedt-Ulzburg vor. Der SVHU, der mit zahlreichen Verstärkungen und Ambitionen auf einen Spitzenplatz in die Saison gegangen ist, erlebte bisher einen eher holprigen Saisonverlauf. Platz sieben mit 6:8 Punkten dürfte die Verantwortlichen des SVHU nicht zufriedenstellen, zumal sich immer wieder heftige Pleiten mit ordentlichen Auftritten abwechselten. Offensichtlich haben die Henstedt-Ulzburgerinnen den Abgang von Stammspielerin Tina Genz und das studienbedingte Fehlen von Marlen Kadenbach (Auslandsemester in Spanien) noch nicht kompensieren können. In der talentierten Truppe von Trainer Sven Rüsbült sollen und müssen nun andere Spielerinnen Verantwortung übernehmen.

Peitschen-Trainer Andreas Juhra sieht sein Team zwar gut gerüstet, aber nicht zwingend in der Favoritenrolle. „Natürlich ist das Selbstvertrauen nach guten Auftritten bei uns gewachsen. Der SVHU ist mit ganz anderen Zielen in die Spielzeit gegangen. Wir wollen möglichst frühzeitig Punkte sammeln und mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, sagte Juhra, der vom ungewöhnlich erfolgreichen Saisonstart (Platz fünf, 9:5 Punkte) selbst überrascht ist. „Damit war zum Saisonstart angesichts des hammerharten Auftaktprogramms und des eher schmalen Kaders nicht zu rechnen.“ Wer im Derby im Zuge des „Job-Sharing“ die Position am generischen Kreis übernimmt, wird erst unter der Woche entschieden. „Unsere Zweite spielt auch“, verweist Juhra auf mögliche Personalengpässe. Stärken beim Kontrahenten sehen die Gastgeber in der soliden Abwehrarbeit und dem guten Tempospiel nach vorne. „Wir müssen deshalb eine gute Rückzugsbewegung haben. Aber ansonsten werden wir uns auf unsere eigenen Stärken besinnen“, sagt Juhras Assistent Tim Bracklow, der viele Jahre beim SV Henstedt-Ulzburg als Jugendtrainer arbeitete. gw

 

Quelle: Kieler Nachrichten, 22.11.2018